
Die
heilige Nacht
Gesegnet
sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -
Wohl
unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein
Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor
Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürchtet euch nicht!
Ich
verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."
Da
geh'n die Hirten hin in Eil,
Zu schau'n mit Augen das ewig Heil;
Zu
singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
Bald
kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.
Sie
knien vor dem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom
Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
Eduard
Mörike (1804-1875)
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