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Fortsetzung
vom 16.12.04 - Das Christkind von Stijn Streuvels
Eine
warme muffige Treibhausluft schlug ihnen entgegen, aber weder die Pächterin
noch die Magd sahen, wie man da hineinkommen könnte. Mit Mühe mussten
sie sich alle vorwärtsschieben und sich zwischen Kamin und Stühlen
durchquetschen; die Kammer war so klein, dass beinahe kein Platz mehr übrig
blieb, weil der Webstuhl und das Bett den ganzen Raum in der Mitte ausfüllten.
Der Mann war von dem Flachsfaserfeuerchen aufgesprungen und schaute
erschrocken, wer da nun so unerwartet hereinkäme. Er suchte Platz zu
schaffen und schob die Stühle aus dem Weg und stellte sich selbst in
den äußersten Winkel. Die Frau im Bett öffnete ihre großen Augen und
richtete sich halb auf, um sehen zu können; da verklärte ein leises glückliches
Lächeln ihre Züge. So voll und so durcheinander stand hier alles unter
der Balkendecke zwischen den weißgekalkten Lehmwänden, dass man das
Ganze nicht recht übersehen konnte. Aber Veva hatte es doch schnell
entdeckt: vor dem Bett, in dem die Frau lag, stand auf vier plumpen
Beinen eine hölzerne Mulde, und darin lag etwas, das mit Webabfall und
Lumpen umwickelt war, und ganz in der Ecke hinter diesem wirklichen
Krippchen standen Lenchen und Trinchen! Die erschrockenen Gesichter der
beiden Mädchen blickten verwundert auf, und Veva sah, dass die beiden
die Krippe bewachten, in der das Kindlein liegen müsste. Das Mädchen
wusste nicht, wie sie dort hinkommen sollte, aber sie wagte nicht sich
zu rühren, noch zu sprechen.
Fortsetzung
: MORGEN |